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Heute zählen wir genau zehn Tage seit dem 4. Mai 2020, dem Start der so genannten „Phase 2“ in Italien. Nach etwa 2 Monaten im absoluten Ausnahmezustand aufgrund von Covid 19 gibt es ein leichtes und vorsichtiges Aufatmen. Der Appell wird jetzt an die Vernunft eines jeden Einzelnen gerichtet, um einer weiteren Ausbreitung des Virus so gut wie möglich entgegenzuwirken.

Nach 9 Wochen in der „Phase 1“ können sich die Römer wieder frei außer Haus bewegen, sich im Latium auch in anderen Gemeinden aufhalten, die Region jedoch nicht verlassen.
Außerdem werden Familien wieder vereint, da seit dem 4. Mai nach so langer Zeit auch erste Verwandtenbesuche erlaubt sind.

Wie nicht anders zu erwarten strömten in der Hauptstadt Italiens bereits an Tag 1 nach dem Lockdown die Menschenmassen in die Parks, um sich die Füße zu vertreten und vor allen Dingen endlich mal wieder etwas Zeit in der frischen Luft zu verbringen.

10 Tage sind vergangen und nach mehrfacher Beobachtung erweckt es aktuell in Rom den Anschein, dass der empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1 Meter eine zweitrangige Rolle spielt. „Es wird schon nichts passieren!“.  Zwar halten sich 50 % gewissenhaft an die Vorschriften, weitere 30 % tragen den Mundschutz jedoch lieber unter dem Kinn oder manche verzichten ganz darauf.

Anders in den Kaffeebars, die vereinzelt nach der langen Quarantänezeit ihre Türen geöffnet haben – Um an das schwarze Gold zu gelangen, muss man sich vor dem Geschäftslokal unter der Berücksichtigung der Einhaltung von einem Meter Distanz zum anderen in einer Reihe anstellen. Es darf immer nur eine Person in die Bar und Espresso oder Cappuccino gibt es aktuell nur im Pappbecher zum Mitnehmen.

Auch erste Eisgeschäfte haben am 4. Mai 2020 aufgesperrt, bereits vor dem Eintreten wird der Kunde vom Personal über die vorhandenen Eissorten informiert, um für die Auswahl nicht zuviel Zeit zu benötigen. Ob Eis für die gesamte Familie oder eine Einzelportion, das geliebte Gelato gibt es aktuell nur im Kartonbecher zum Take away und fest in Alufolie eingewickelt. Da die Polizeikontrollen in Rom derzeit sehr streng sind und zur Vermeidung von Menschenansammlungen, ist es nicht erlaubt, das Eis vor dem Geschäftslokal zu essen.

Take Away gibt es auch bereits in einigen Restaurants, oft jedoch nur auf Vorbestellung.

Was aktuell noch sehr gewöhnungsbedürftig scheint, wird in den nächsten Wochen zur „neuen Normalität“. Wie lange es noch dauern wird, bis wir uns wieder ganz frei und ohne Beschränkungen bewegen können, ist momentan schwer einzuschätzen.

Diese Situation ist keinesfalls leicht, es bringt aber auch nichts, sich den Kopf zu zerbrechen, denn eine Aussicht auf klare Antworten gibt es aktuell nicht.

Wir verbessern daher in der Zwischenzeit weiterhin zuhause unsere Kochkünste und schmieden Pläne für ein hoffentlich baldiges und glückliches DANACH!